Wasservogel 2007

Das Wasservogelfest - eine "neue" Neuhauser Tradition!!

 

Am 22. Juli 2007 fand nach 179 Jahren wieder ein Wasservogelfest in Neuhausen/München statt.

Es war ein voller Erfolg: Etwa 4.000 Neuhauser/Münchner strömten zum Rotkreuzplatz, wo das Wasservogelfest um 11.00 Uhr begann. Diese Menschen begleiteten gegen 13.30 Uhr den Festzug mit 400 Teilnehmern, angeführt durch Kinder der FT Gern und dem „Wasservogel“ Basti auf einem Pferd, Richtung Gerner Brücke am Nymphenburger Kanal. Gekrönt wurde das Fest durch die Anwesenheit von seiner königlichen Hoheit Herzog Franz von Bayern.

An der Gerner Brücke am Nymphenburger Kanal sprang der Wasservogel von der Brücke in den Kanal, und natürlich applaudierten die Zuschauer kräftig. Der Zug endete am Gelände der FT Gern und dauerte ingesamt ca. 45 Minuten, wo natürlich noch kräftig gefeiert wurde.

Organisiert wurde das Wasservogelfest durch die FT Gern zusammen mit dem Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg und der Geschichtswerkstatt Neuhausen anlässlich der 100-Jahr-Feier der FT-Gern. Unter den Zugteilnehmern befanden sich u. a. folgende Vereine: an erster Stelle natürlich die FT Gern, Faschingsclub Neuhausen, Männergesangsverein Concordia, TSV Neuhausen, der ESV München, der Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr, die Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, die Bezirksausschussmitglieder, eine Blaskapelle und viele mehr....
 

Dem Brauch nach wurde am Pfingstmontag derjenige Bursche, der als Letzter zum Gottesdienst kam, zum “Wasservogel” oder “Pfingstl” bestimmt. Nachdem der Wasservogel mit Binsen, Blättern und sonstigem Grünzeug verkleidet worden war, wurde er ein auf ein Pferd gehievt und von den anderen Burschen durch die dörfliche Winthirstraße, vorbei am Großwirt zum Rotkreuzplatz, an dem es damals noch einen richtigen Teich gab, die sog. “Schwabenlacke”, geführt. Vor den Höfen entlang der Dorfstraße (heute: Winthirstraße) wurden Sprüchlein aufgesagt sowie um Butter, Eier und Mehl gebeten. Am Dorfteich wurde der Wasservogel dann ins Wasser geworfen. Den Abschluß fand das Fest, das seinen Ursprung vermutlich in der Besänftigung der Wassergeister hatte, in der Dorfwirtschaft beim Großwirt. Dort wurden die Naturalien zum Kücherln verarbeitet und entsprechend flüssig "obegschwoabt".
Beim letzten Wasservogelfest 1828 kam es zu einem unerfreulichen Zwischenfall. Der Neuhauser Pfingstl sollte vor dem Nymphenburger Schloß ins Wasser geworfen werden. Dummerweise kamen den Neuhausern die Moosacher Wasservögel zuvor, und das Fest endete mit einer wilden Prügelei. Dies verdarb König Ludwig I. offenbar die Sonntagslaune, der diesen Brauch dann auch umgehend untersagte.

Umso schöner, dass Herzog Franz von Bayern dieses Verbot seines Vorfahren offiziell für die Wiederbelebung dieses Festes aufhob.

 

Nachdem es an der Winthirstraße schon lange keinen Bauernhof mehr gibt, und auch die Schwabenlacke längst der Vergangenheit angehört, wurde der Ablauf der Gegenwart angepasst. Aufstellung nahm der Zug mit dem Wasservogel auf dem Pferd an der Spitze am Rotkreuzplatz vor dem Kaufhof bis weit in die Donnersbergerstraße. Über die Stationen Postamt (ehem. Stromaierhof des Neuhauser Millionenbauern Lenz Hauser), Großwirt und Blindenheim begab sich der Zug auf die Gerner Brücke, von wo der Wasservogel Basti unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer in die Fluten des Nymphenburger Kanals geworfen wurde. Der Wasservogel wurde herausgefischt und der Zug setzte sich in Richtung des Vereinsgeländes der FT Gern, wo er sein Ende im Festzelt finden sollte, in Bewegung.  

Hier der Spruch, den die Wasservogelgruppe um Wasservogel Basti und Burschenanführer Matthias lautstark an den Stationen aufsagte:

Wasservogl ha, Wasservogl ho
Denn schütt ‘ma heit mit Wassa o!
Aber a Wassa is uns ned gnua!
Mir woll’n a Brotzeit a dazua!
A paar Maß Bier, a Wurst und a Brot
Butter und Radi, dann ham’ma koa Not.

Gern bleib’m ‘ma steh an diesem Haus
Wo Blinde genga ein und aus.
Da huift as ***
Des wirklich große Werke tut.

Doch a bei Eich dean ‘ma jetz bitt’n
A kloane Gab in unsa Mitt’n.
Beim Fest dean mia uns dann erheb’n
Und lassen Eich dreimal hoch leb’n.

Jetz deamas b’schliaßn
Und hörn auf.
Und weil ma frisch und jung san
Deama an lustigen Juchzara drauf!

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